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Winterspaziergang in Tokyo

Winter an sich ist ja eigentlich wirklich total ätzend und man möchte sich am liebsten einfach im Bett wie ein Burrito einrollen und nie wieder rauskommen..

In Tokyo jedoch ist im Winter meist Sonnenschein angesagt und da kann man dann auch mal eine Ausnahme machen und raus gehen (zumal es in den Papphäusern sowieso so kalt wie draussen ist.. aber das Thema hatten wir ja schon).

Letztens hatten wir aus Vietnam Besuch und haben uns mal ein wenig aufgerafft ein paar schöne Ecken Tokyos herzuzeigen. Wenn man Japanische Gärten mag, dann ist z.B. der Hamarikyu (浜離宮) nahe der Shinbashi Station (新橋駅) sehr schön. (Am Besten natürlich nicht im Winter, sondern im Frühling oder Herbst!)

Der Eintritt kostet ca. 500JPY und der Garten selbst ist riesig, hat einen See und ein Teehaus in dem man traditionellen Matcha Tee probieren kann.

Die ersten Pflaumenblüten habe ich auch schon entdeckt.
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Ein Pärchen hat Hochzeitsfotos im Garten machen lassen.
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Der Kontrast vom Garten und den umliegenden Hochhäusern ist sehr interessant. Der Garten fühlt sich an wie eine Art Oase in der Betonwüste..
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Das Teehaus.
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Ganz in der Nähe des Gartens ist auch dieses berühmte und mittlerweile etwas gealterte Design-Haus. All diese Würfel sind bzw. waren einzelne Apartments.
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Unser Weg führt uns weiter. Weiter bis nach Odaiba, der “Insel” auf der anderen Seite der Rainbow Bridge.
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(Ich hatte an dem Tag leider meine Kamera nicht mit, deswegen sind die Fotos leider nicht so schön.. Habe alles mit meinem iPhone6 geknipst.)
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Endlich habe ich auch mal den riesen Gundam besucht. Irgendwie gehen alle Touristen dort hin, jedoch war ich bisher nie dort. Jetzt aber!
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Für das Abendessen ging es zu einem eher exquisiten Restaurant in Shinjuku namens “Imahan” (今半) zum Sukiyaki Essen. Meinem Leibgericht!!
Hier die Gänge/Zutaten in der Reihenfolge:
1. Bohnen Gemüse an Gluten(?). Das kleine Gurkenstückchen hatte die Form eines Vögelchens.
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2. Chawanmushi – eine Art Eierstich welches in dem Gefäß selbst durch Dampf gegart wird.
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3. Dann das Sukiyaki mit bestem Fleish und Gemüse, Tofu etc.
Im Ernst! Das Rind! Ich bin fast vom Stuhl gefallen, so lecker war das. Ein Geschmacksunterschied von WELTEN zu normalem Billigfleisch aus Supermarkt oder den Restaurantketten.
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Das ganze wird in einer leckeren Soße leicht gebraten/geschmort und dann in rohes Ei gedippt und gegessen. Ich könnte mich da reinlegen!!

Ein paar Tage später bin ich mal wieder zum Frisör gestiefelt um meine Haare wieder zu schneiden und zu bleichen. Das Ergebnis dann im nächsten Post!

Peace out.
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Der London Report

Jetzt habe ich es endlich auch mal geschafft, mich durch meine 100.000 Urlaubsfotos zu wühlen und schreibe heute über unseren 4-Tage London Urlaub in der Neujahrswoche 2013. Es wird sehr lang (99 Fotos), also schnappt euch einen Kaffee!

Am 2. Januar sind wir ja von Hamburg aus nach London gestartet und am frühen Abend auch dort eingetrudelt. Unser Hotel lag in South Kensington, eine recht schöne Gegend. Das Hotel war schon ein gemütliches Prunkstück.
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Nachdem der Koffer auf dem weichen Teppichboden geparkt und das Bett einmal auf Trampolinfähigkeit geprüft wurde, ging es gleich in die Stadt.
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Die alte Metro ist wahrlich ein niedliches Transportmittel, die Erhaltung dieser jedoch sehr teuer – was sich in den Preisen Fahrkarten niederschlägt.. Aber wer guckt beim Urlaub schon aufs Geld – also ging es los nach Covent Garden. (Kein Garten, sondern eine hippe Gegend zum shoppen und feiern.)
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Nachdem wir uns ebenfalls preislich schmerzende Fish & Chips reingezogen hatten, spazierten wir von dort am Trafalgar Square entlang bis an die Themse..
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Sieht aus wie eine große Fahrradfelge.
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Und da stand er. Big Ben. In ganz echt und nicht nur im Fernsehen!! Wie ein Flummi hüpfte ich durch die Gegend.
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Nachdem ich mich zuende gefreut hatte, wurde uns dann doch etwas kalt, sodass wir wieder zurück in Richtung Hotel gefahren sind. Als japanisierter Konbini-Junkies stoppten wir natürlich noch beim 24h TESCO um uns mit Chips und Eiscreme einzudecken. Dort durfte man sich selbst kassieren. Das hatte ich auch mal in einem Fernsehbericht gesehen.
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Nach besagten Snacks und einer Runde Schlaf ging es dann am nächsten Morgen weiter mit dem britischen Frühstück.
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Ich sag nur: “Hmmmmm…” Und vom unfreundlichen Service in London wollen wir gar nicht erst anfangen.

Nach dieser nicht ganz soo leckeren Stärkung ging es dann also weiter mit dem Sightseeing.
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Nein, das beinhaltete natürlich nicht nur das Fotografieren herumstehender echter britischer Polizei..
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Da war sie! Nummer 2 auf meiner “Ich habe dich noch nie getroffen, aber bin verliebt!” Kandidaten. Die majestätische Klappbrücke Tower Bridge. Ein Juwel der Brückenkonstruktion.
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Und zwar durften alle aus der Familie mal ein Foto machen..
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Damit der Kalorienpegel nach 200m Spaziergang nicht gleich in den Keller fiel, gönnten wir uns einen Becher Erdbeeren mit Schokolali bevor es weiter ging.
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Vor einer riesigen Kirche tummelten sich einige Leute und starrten auf den Boden. Da gabs was zu gucken! Also bin ich natürlich auch gleich losgelaufen, um zu sehen was da vor sich ging:
Ein Künstler lag auf dem Boden und verwandelte breitgetretenen Kaugummi in Kunstwerke. Sein Fazit:”Ich male nicht auf städtischem Eigentum, sondern nur auf dem weggeworfenen Kaugummi.” Ich fands klasse!
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Etwas wonach ich fieberhaft in London suchte, waren die wirklich alten Doppeldecker Busse. Leider sind diese durch neue ersetzt und super selten geworden. Zum Glück habe ich es geschafft, einen aufs Foto zu bekommen. (Die sind aber auch immer so fix!)
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Dann haben wir uns selbst mal getraut und an der Bushaltestelle auf einen doppelstöckigen Bus gewartet. Der erste fuhr direkt an uns vorbei. Während wir uns wunderten warum, trat eine junge Frau an den Rand des Bürgersteiges und hielt ihre Hand raus. Der herannahende Bus stoppte. AHA! So geht das also. Die Busse halten nicht an, weil nicht klar ist, mit welcher Linie du nun fahren willst! Das nächste Mal stoppten wir den Bus wie ein Profi und kletterten auf der Oberdeck. Und ich sage euch: Ist. das. geil! Vergesst Achterbahn! in London Bus fahren ist der Knaller.
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Nach der Spaßfahrt stiegen wir am Piccadilly Circus aus. Jetzt einmal posen!
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Dann schlenderten wir durch die verstopfte Oxford Street, bevor es Abends mit einem Bekannten zum Essen ging.
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(Falls du Man(n) mal nicht weiss, wo man anrufen soll – in dieser Telefonzelle wurden einige Vorschläge ausgehangen..)
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Nächster Morgen. Wir schälten uns aus dem Bett und quetschten uns zwischen tausenden Schaulustigen vor dem Buckingham Palace. Alle 2 Tage findet dort der “Guard change” statt. Das heisst die Wachen werden gewechselt und das ist ein grosses Tamtam.
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Wir waren leider nicht super früh dort, sodass wir sogut wie nichts gesehen haben. Das was ich noch so mit meiner Kamera erhaschen konnte, seht ihr hier:
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Und wieder Polizisten auf hohem Ross. Ich find das total cool!
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Es hat mir zugezwinkert..
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Und als alles vorbei war, habe ich noch die royalen Wachen beim hin- und herlaufen sowie herumstehen beobachtet. Mensch war ich enttäuscht, dass ich kein Foto mit Grimassen machen konnte. Darf man die Wachen nicht mehr ärgern? Ich dachte man kann sich neben die stellen, aber die waren irre weit weg. Menno!
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Als die Frösche dann ihr Telefongespräch beendet hatten, ging der London Spaziergang weiter..
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Irgendwie sind alle Gebäude so riesig, wunderschön und majestätisch. Haben die Deutschen also damals doch nicht so viel zerbombt?! In Frankreich ja auch… Irgendwie scheint mir so, als ob in Deutschland noch am wenigsten stehen geblieben ist..

Da sind wir also wieder am Westminster. Ein traumhaftes architektonisches Meisterwerk.
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(Sorry, ich konnte nicht anders. Die sind so niedlich!)
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Harrods:
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Und es gibt auch klassische schwarze Telefonzellen.
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Partybus. (Meine Kommentare werden kürzer, je länger der Beitrag wird..)
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Herman ze German! So geniale Currywurstbude! Schade, dass ich keinen Hunger hatte!!
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Zu Abend aßen wir dann in Chinatown.
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Auf dem Rückweg entdeckten wir dann einen E-Gitarre spielenden Taxifahrer, der in der Enge des Autos ein richtig fetziges Lied aus dem Fenster schmetterte. In London geht alles.
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Und zur Krönung des Tages durfte ich ein Foto mit dem London Bär machen und hab sogar noch ein Küsschen von ihm bekommen. Mein Mann war nicht mal böse deswegen. Hihi!
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Nächster Tag in der Gegend von Notting Hill..
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..wo wir einen Hausbrand sichten durften.
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Weiter ging es nach Kings Cross. Zeit für einen Abstecher nach Hogwarts.
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In einem Harry Potter Shop dort im Bahnhof, kann man so einiges wichtiges kaufen, wie z.B. Zauberstäbe etc.
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St. Pancras
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Und was für Museaumsliebhaber klasse ist: In London kann man alle Museen kostenlos besuchen. Lediglich Sonderausstellungen müssen bezahlt werden. Wenn man also schon mal die Chance bekommt, haben wir uns gleich mal eine Museum angeschaut.
Hier z.B. der Rosetta Stone – das erste Übersetzungswerk.
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(Ich stehe schon seit meiner Kindheit wie irre auf Ägypten und Pharaonen..)
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Und hier liegt die gute Chleopatra.
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Und dann an unserem letzten Abend in London dann die Einlösung des Weihnachtsgeschenkes an meinen Mann. Das Musical König der Löwen.
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Es war wirklich supertoll! Ein wirklich schöner Ausklang unseres Urlaubs in Europa. Am nächsten Mittag saßen wir dann schon wieder im Flugzeug auf dem Weg nach Japan. Mein Fazit über London: Die Stadt ist wirklich schön, aber sehr teuer und das Essen meist ungeniessbar.

Schneegestöber

Heute Morgen traute ich kaum meinen Augen kaum, als ich aus dem Fenster spähte.
Schnee!
Und zwar der erste diesen Winter!

Der Frühstückseinkauf war eine prima Gelegenheit, um sich die doch in Tokyo eher seltene weisse Kristallmaterie mal von der Nähe anzuschauen.
Wirklich traumhaft alles in einer anderen Farbe zu sehen.

Am Nachmittag wollte ich eigentlich nur ein Foto vom Balkon machen, entschied mich dann aber für noch einen Spaziergang, denn – wer weiss wann man nochmal die Gelegenheit hat, soviel Schnee zu sehen.. Draussen war ich erst einmal richtig von den Socken! So viel Schnee habe ich noch nie in Tokyo gesehen!!
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Sehr zum Leidwesen für die Autofahrer, da hier in der Regel keine Winterreifen nötig sind. Generell scheinen Tokyoter keine Ahnung zu haben, wie man sich durch Schnee bewegt und (ver)fallen sofort in Panik oder auf den Hintern.
In diesem Bild versuchten die Autos sich fortzubewegen, was sich als schwierig erwies. Halb festgefahren, wurde das Auto vier mal vor- und zurückgesetzt, bevor mit durchdrehenden Reifen langsam die Strasse entlang gerutscht wurde.
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Ich hätte mich am liebsten mit einer Tüte Popcorn an den Strassenrand gesetzt. (Wer braucht schon Fernsehen?!)
Generell bin ich jedes Mal wieder erstaunt, wie die Stadt im Chaos versinkt, wenn einmal nicht alles nach Plan verläuft. So ein hochtechnisiertes Land, aber wenn in Tokyo eine Schneeflocke auf die Windschutzscheibe eines Zuges fällt, dann muss sofort die ganze Linie gesperrt werden. Da werden Schneeketten an den Corolla angelegt und keine Pizzen können mehr ausgeliefert werden. Total verrückt!

Da ein Feiertag war, machte ich mich also mit den Fröschen im Gepäck zu einem nahegelegenen Schrein. Hier war es ruhig. Der Schnee ohne Spuren. Mein Schirm wurde immer schwerer unter der Last der Schneedecke. Ich schüttelte ihn herunter und lauschte dem rieseln der Himmelskristalle.
Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich wollte die Welt anhalten.
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Mit jedem Schritt sanken meine Füsse tief in die knirschende Decke.
Am liebsten hätte ich mich einfach nur fallen gelassen.
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Ich befand mich in einer verträumten Welt. Keine Sorgen. Alles dunkle und jeder Schmutz mit frischem weiss bedeckt.
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Die Frösche kletterten aus meiner Tasche und wanderten Umher..
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Nach einiger Zeit spürte ich meine Hände nicht mehr und bereute, ohne Handschuhe losgelaufen zu sein. Auf der anderen Seite – wie soll man mit denen eine Kamera bedienen?

Der Rückweg führte mich in die Realität zurück. Auch ich muss morgen früh wieder zur Arbeit. Die Tage bis zum nächsten Wochenende, Monatsende zählen.

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Sogar die Elektroleitungen wurden nicht vom Schnee verschont.
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Manchmal möchte man sich einfach fallen lassen und die täglichen Lasten des modernen Lebens abschütteln und vergraben. Die Frösche haben es mir schon vorgemacht. Das nächste Mal schmeiss ich mich wirklich einfach in den Schnee! Ohne nachzudenken!

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Letzte Herbstgedanken

Vorletztes Wochenende wollte ich noch einmal die letzten Herbstfarben erhaschen, daher haben wir wieder einen weiten weg mit dem Zug auf uns genommen, um nach 奥多摩 (Okutama) zu fahren.

Onkel Google und der Zugfahrplan sagt so ca. 2 Stunden für die Fahrt an – trotzdem dauerte dank ewiger Umsteigezeiten jeder Weg an die 3 Stunden.. Hier einmal die Route mit dem Zug (die kürzer Aussieht als sie ist).
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Nach einer idyllischen Fahrt in den Bummelbahnen, gepaart mit frostig in die länge gezogenen Umsteigezeiten kamen wir also am Okutama Bahnhof an.
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Ich hatte irgendwo im Internet ein hübsches Bild vom 奥多摩湖 (Okutamako) also dem Okutama See gefunden und wollte deswegen unbedingt dorthin. Mit dem Bus juckelten wir also weitere 20 Minuten durch die kurvigen Bergstrassen. Am Ziel angekommen erwarteten uns eine Menge Naturfreunde, die wohl die selbe Idee wie ich hatten..
Also los! Die Sonne kletterte schon auf den untersten Stufen der Tagesleiter herum, da wir uns mal wieder zeitlich verkalkuliert hatten. Nun aber schnell einmal an der Seepromenade umhergelaufen bevor es dunkel wird!!
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Vom Staudamm aus, konnte man tief in das Tal hinunter blicken.
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Die Berge schienen sich hier die Arme zu reichen.
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Nach kurzer Zeit fanden wir auch einen kleinen Weg den Berg hinauf, von wo man einen schöneren Blick auf den See hatte.
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Das Feuerlaub regnete von den Baumwipfeln.
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Selbst die Frösche hatten uns in die Natur begleitet. Auch ihnen gefiel die Aussicht sehr.
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Ein Blick auf die Uhr liess uns zurück zur Bushaltestelle hetzen. Ich schmiss meinem Mann panische Blicke zu, als wir uns in die endlos wirkende Schlange einreihten. Der Bus hier auf dem Land war sehr klein und die Abfahrt nur alle 20 oder 40 Minuten!
Als verwöhnter Bürger Tokyo’s, wo bei Abfahrt eines Zuges gleich schon der nächste in den Bahnhof gleitet, war die Vorstellung weitere 40 Minuten auf den Bus zu warten der blanke Horror! Nach eintreffen des Busses und das sanfte quetschen der älteren Wanderherrschaft in den Bus haben wir es gerade noch an Bord geschafft. Das Paar direkt hinter uns durfte sich nicht mehr in die Sardinenbüchse drängeln. Ich machte ein Schuldbewusstes Gesicht, als sich die Türen 1 cm vor meiner Nase schlossen.

Um noch ein wenig von der Natur mitzunehmen stiegen wir im Nirgendwo aus. Nein, um genau zu sein, standen wir auf einer Brücke im Nirgendwo.
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Die Sonne war zu meiner Enttäuschung schon hinter die Berge verschwunden.

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Wir liefen dann Stück für Stück weiter in Richtung Bahnhof..

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Vor dem Bahnhofsgebäude gab es ein Stück Kunst?! (Oder wie soll ich das nennen?)
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Der Zug fuhr gerade vor unserer Nase weg, deshalb schlenderten wir noch einmal zurück zu einer nahegelegenen Brücke für die letzten Fotos..
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Könnt ihr sehen wie kristallklar das Wasser dort ist?
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Bevor unser Zug dann wirklich fuhr, schlenderten wir noch kurz am Bahnhofslädchen vorbei. Hier konnte man frische Pilze und Wasabi kaufen.
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Jetzt ist es schon extrem winterlich in Japan. Das Warten auf den Frühling geht wieder los…

Nagatoro – Eine Oase in den Bergen Saitamas

So, oder so ähnlich könnte sich der Werbeslogan für eine kleine verträumte Gegend in den Bergen anhören.

Am letzten Wochenende haben mein Mann und ich uns auf den weiten Weg nach Nagatoro (長瀞) gemacht. Das ist eine Gegend tief im bergigen Land von der Präfektur Saitama und eine ziemlich lange Reise mit der Bummelbahn durch Dörfer und Tunnel.

(Ganz rechts unten fängt Tokyo an)

Eigentlich wollte ich mich zuerst sträuben, denn ich hatte meine gute Kamera nicht mit zu den Schwiegereltern genommen. Ich weiss nicht, ob der eine oder andere das verstehen kann, aber für mich ist es fast so als ob ein Stück meines Arms fehlt, wenn ich ohne Kamera zu einem wunderschönen Plätzchen oder Event fahre. Also Drama!

Am Ende gab es keinen anderen Ausweg, als mit der 10 Jahre alten Klöterkiste von Digitalkamera meines Mannes loszuziehen.

Die Fahrt war angenehm, die Sonne lachte vom Himmel. Schnaubend kämpfte sich die kleine Bahn durch Berge und Tunnel. Das vorbeischnellende Bild am Fenster zeigte Stück für Stück immer weniger Häuser. Ich fragte mich, ob ich ohne Konbini (Convenience Store) auf dem Lande überleben könnte. Wir nahmen stetig an Höhe zu.

Der Kopf meines Japanischen Ehepartners klappte nach Hinten, als der Schlaf ihn übermannte. Wir hatten noch nicht einmal die Hälfte der Strecke überwunden – aber das ist nunmal so in den japanischen Genen verankert.

Die Wartezeiten beim umsteigen waren kalt, in den Zügen jedoch war es kuschlig. Eines der angenehmsten Systeme des Winters wurde wieder eingeschaltet – die Heizung unter den Sitzen im Zug. Das ist so kuschlig warm, dass man sich wünscht, die Zugfahrt würde niemals enden..

In Nagatoro angekommen, quetschten wir uns durch die mit Souvenirläden und Passanten verstopften Gassen, um einen Blick den Fluss zu erhaschen:

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Wie auch viele andere, waren wir gekommen um den Herbst in vollen Zügen zu geniessen. Die Sonne brachte das Laub zum leuchten.
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Am Fluss konnte man Bootstouren machen. Wir haben dem ganzen von den hohen Klippen aus zugesehen. Es wehte eine steife Brise.
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Viele Leute machten Fotos. Ich fühlte mich ein wenig deplatziert mit der leicht zerschundenen Plastikkamera.
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Das herumstacksen auf den Flussklippen war ein großer Spaß. Ob sich wohl so ein Mondspaziergang anfühlte?
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Noch ein letzter Blick, bevor es zurück zur geteerten Strasse ging..
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Weiter ging es. Auf der Jagd nach buntem Herbstlaub.
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Die Sonne senkte sich langsam und warf ein weiches Licht aufs Tal.
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Mein Mann wagte einen Schritt auf die begehbaren Gleise..
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Zum Abschluss gab es dann ein herzförmiges Senbei (Reiscracker), bevor wir die lange Heimreise antraten. IMGP9024
Auch hier schlief der Herr wieder an einem gewissen Punkt. Ich nutzte den Augenblick um ein wenig Frösche und Laub in meinem Sketchbook niederzukritzeln..

Kawagoe – Die Schönheit auf dem Lande

Vor 2 Wochen ca. waren wir seit langem mal wieder in Kawagoe (川越市), einer kleinen Stadt in Saitama. Dort war ich zwar schon ein- bis zweimal, aber noch nicht, seit ich in Japan wohne.

Ganz einfach gelangt man dort mit der Seibu-Ikebukuro Line hin. Andere Möglichkeiten gibt es aber auch:

In der Edo-Zeit diente Kawagoe als Drehkreuz von Nahrungsmitteln aus umliegenden Regionen und auch die Süßkartoffeln aus der Gegend waren in Edo (heute Tokyo) der Renner. Daher wurde Kawagoe früher als “Küche Edo’s” bezeichnet. Über Kanäle wurden die Waren mit Schiffen nach Edo transportiert und verkauft.

Heute nehme ich euch mal virtuell an die Hand und gebe euch ein paar Eindrücke. Da es nah an Tokyo gelegen ist, kann man auch locker einen Tagestrip dorthin unternehmen, wenn man auf Durchreise ist.

Wenn man vom Bahnhof aus kommt, muss man leider erst durch eher zerfallene unschöne Straßen laufen, um in den traditionellen und gepflegten Teil der Stadt zu gelangen. Mit heruntergekommen meine ich so etwas hier:
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Die historischen Gebäude konzentrieren sich mehr oder weniger auf 2-3 Straßen, alles ist daher aber auch umso intensiver.

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Als erstes schlenderten wir an einem kleinen Schrein vorbei. Vor diesem gab es eine Gedenkstätte für Kinder. Sehr bedrückend.
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Auf dem selben Gelände hatte es wohl einen Flohmarkt gegeben. Das meiste war leider schon eingepackt. Dieser Kollege jedenfalls nicht:
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Ein dressierter Papagei, der auf Kommando einige Tricks konnte. Seine Spezialität war das tot umfallen. Dazu muss man nur eine Handbewegung ausführen – nämlich mit der Hand eine Pistole formen. (Sorry, ich wusste von dem Trick vorher nichts und hab in letzter Sekunde ganz schnell abdrücken müssen, um überhaupt ein Foto zu haben, daher ist die Hand nicht komplett im Bild)
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Und als Resultat hier ein überbelichteter toter Vogel:
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Schluss jetzt mit dem Quatsch! Kommen wir nun zu den echten Schmuckstücken Kawagoe’s:
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Eigentlich gehört Hello Kitty da auch nicht zu, aber was soll’s..
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An der Hauptstrasse gibt es viele traditionelle Läden, welche Geschirr noch von Hand machen, traditionelle Speisen/Süßigkeiten servieren etc. Für Kawagoe berühmt ist wie schon erwähnt die Süßkartoffel und auch dort gebrautes Bier (coedo). Ausserdem ist eine kleine Seitenstraße berühmt für Süßwaren und Snack Läden.
Hier aber mal eine Auswahl an Ablagen für die Stäbchen:
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Im Hinterhof habe ich einen Brennofen für das Geschirr entdeckt.
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Noch ein Stückchen weiter habe ich diese gruselige Statue vor einem Tempel gefunden. Wenn sich da nicht mal jemand im religiösen Wahn zu Tode hungert..
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Ich finde es irgendwie beängstigend.

Eine kleine Tür zwischen den Häusern mit Mistelzweigen dekoriert. Diese sollen Dämonen/Teufel abhalten in das Haus zu kommen.
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In Handarbeit gefertigte Messer.
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Der berühmte und heute noch erhaltene Turm in Kawagoe (時の鐘 – toki no kane) ist ein Glockenturm, den mehrmals täglich jemand besteigen musste um die Glocke zu läuten:

Morgens um 9 Uhr, Mittags um 12, Nachmittags um 15 Uhr und Abends um 18 Uhr. (Vielleicht zum Frühstück, Mittag, Kaffee und Abendessen?)

Leider ist der ursprünglich noch ältere Turm (vor 400 Jahren erbaut) dem großen Feuer in Kawagoe zum Opfer gefallen. Der Turm, den wir heute sehen, wurde im Jahre 1894 erbaut.
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Fast unmittelbar daneben ein weiteres kleines Schätzchen aus der alten Zeit: Ein Automat, an dem man Milch in Glasfläschchen kaufen kann.
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Auch in Kawagoe werden diese schönen Schirme angeboten, die im trockenen Zustand einfarbig sind, bei Regen jedoch Muster entfalten. Wie emsig die Verkäufer immer wieder diese Plastikpilze bewässern ist lustig anzusehen.
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In der Süßwarenstraße werden lange Stangen verkauft, welche einem leicht verkohlten Baguette ähneln. Auf Nachfrage beim Lebensgefährten wurde mir vermittelt, dass diese Dinger Fugashi (ふ菓子) heissen und aus Gluten bestehen. (Daher auch der Name: ofu = Gluten, okashi = Süßwaren / das ganze dann ohne das höflichkeits-“O” und fertig!)
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Ein Stück Deutschland findet man aber trotzdem immer irgendwo..
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Und geschickte Schleichwerbung wie in diesem Fall:
DSC08612「パンダの前はパン屋だ!」(Panda no mae ha panya da!) Vor dem Panda gibt es eine Bäckerei. Der Witz hierbei wirkt nur im japanischen mit “Panda” und “Panya (Bäckerei) da”. Drehte man sich um, war da wirklich eine Bäckerei auf der anderen Strassenseite.

Schnuckelige Sitzgelegenheit:
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Am Ende des Tages habe ich noch ein nettes Geschäft entdeckt! (Seht ihr auch die Coedo Bier Werbung?)
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Ich muss zugeben, die Schweinchen auf dem Dach haben mich motiviert, mir den Laden mal von drinnen anzusehen..
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Und siehe da. Fleisch in vertrauter Aufmachung. Das habe ich doch schon irgendwo einmal gesehen?!
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Ah ja! Das kommt mir auch ein wenig bekannt vor!!!
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Sind wir also hier über einen Deutschen Wurst-/Fleischwarenladen gestolpert.
Dann mal eine Wurst zum mitnehmen! (Natürlich nur für euch werte Leser, aus hochwissenschaftlichen Recherchezwecken!)
DSC08618IM LAUENBRÖTCHEN!! IN JAPAN! Ich werd verrückt!
Nach einigen herzhaften abwechselnden Bissen von meiner Wenigkeit und dem Mann, hier das Fazit: Die Wurst würzig und lecker, das Laugenbrötchen leider etwas weich, aber trotzdem lecker.
Für Deutsche in Japan, die auch mal beim Wurstessen ein paar Nostalgietränchen wegdrücken möchten ist dieser Laden auf jeden Fall eine Empfehlung!
Und wenn sogar die Mülleimer große Sauerkrautkonserven sind…
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Auf dem Rückweg blieben meine Stielaugen dann an diesem freakigen Japanischen Geschöpf hängen.
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Dieser Erdenbürger schien sie nicht mehr ganz alle beisammen zu haben, denn er stakste auf diesen sehr interessanten Geta (Holzsandalen) vor dem Alkoholistika-Geschäft herum. Immer wieder pustete er seine Windmühle an..
DSC08622Huiuiuiui…

 

Die Sonne senkte sich langsam gen Erdoberfläche.
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Bis zum nächsten Mal, Kawagoe!

Wochenend Sammelsurium

Letztes Wochenende habe ich ein paar Freunde zusammengetrommelt und bin zum alljährlichen Feuerwerk am 荒川 (arakawa – Ara Fluss) gegangen.

Letztes Jahr war ich auch schon dort. Mein absoluter Favorit!! (Naja, um ehrlich gesagt habe ich noch nicht viele Feuerwerke in Japan gesehen..)

Normal werden die Feuerwerke ja im Sommer abgehalten, aber dieses ist eines der netten Nachzügler. Dafür breitet sich das Feuerwerk quasi über deinem Kopf aus. Man ist praktisch mittendrin!!

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Warten auf die Dunkelheit:
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Hab ich schon erwähnt, dass ich Feuerwerk ÜBER ALLES liebe? (Naja, meinen Mann ausgenommen natürlich! Aaaaah. Kitschig!!)
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Schmetterlingszauber:
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Fast wie ein wunderschönes Gemälde:
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Fuji-san! Du auch hier?
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Ein kurzes Video kann man auf meiner Facebook Seite einsehen: Krach Bumm Bumm!!

Dann schalten wir mal um auf dieses Wochenende.

Noch davor – am Freitag – habe ich bei dem Immigration Bureau meine Visumsverlängerung erbettelt. Jetzt muss ich ein paar Wochen bibbern und hoffe dann ein 3-Jahres Visum in meinen Pass gestempelt zu bekommen. Schritt für Schritt… Eine Quälerei mit dem Papierkram immer.

Am Samstag bin ich einmal kurz zum Parco (einem Shopping Center) in Shibuya gehetzt, denn ich musste anschliessend noch zum grillen mit Freunden. “Musste” ist auch das falsche Wort.. Ich meinte natürlich: YEAH! Grillöööööön!

Beim Parco sollte eine Ausstellung von weiblichen Künstlerinnen abgehalten werden. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. In meinem Kopf spulte schon die Erwartung einen kleinen Film: Der Frosch trifft viele coole Leute. Ein bisschen Smalltalk. Eine Handvoll neue Bekanntschaften, die ein Hobby oder eine Vision teilen. Alle sind happy.

Von weitem konnte man schon die kleine Showbühne sehen.
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Im Eingang ein Programmheft eingesteckt, machte ich mich auf die Suche nach tollem Handgemachten. Ich schaute hier und da – und konnte kaum einen Unterschied zu normalen Tagen erkennen. Meine Erwartungen vielen wie ein Kartenhaus zusammen. Hatte ich also zu viel von einem Verkaufshaus erwartet, welches nur die Kunden in die vier Wände locken wollte.
Nach dem besteigen einiger Rolltreppen fand ich dann schließlich einen kleinen Eingang mit der Aufschrift “Kostenlose Ausstellung”.
Empfangen wurde ich dort dann mit einem frechen grinsen:
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Nach geschossenen Fotos fand ich ein Verbotsschild und eine Bewacherin der Kunst, sodass ich den Rest der klitzeminikleinen Ausstellung so überflogen habe. Ich weiss nicht. Irgendwie hat mich das alles nicht wirklich vom Hocker gerissen..

Mit heruntergeschraubter Erwartungshaltung wechselte ich das Gebäude. Draussen gab es auch noch ein wenig zu sehen.
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Das einzige was ich in dem Parco 3 Gebäude gesehen habe, war ein kleiner Verkaufsstand und umgestaltete Fahrstühle.
Diese hatten es mir dann aber angetan.
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In dem anderen Fahrstuhl:
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Das wars. Dann ging es auf zum 江戸川 (Edogawa – Edo Fluss) zum Grillen.
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Ich hatte am Freitag einen klasse Vintage-Rock in Harajuku gefunden, den ich unbedingt tragen musste.
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Dazu Mickey Mouse Tattoo-Tights und meine neuen Schuhe.
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Es wurde dunkler und dunkler. Der Grill wurde erst spät angefeuert. Neue Teilnehmer kamen auch im Dunkeln noch. Lustige Erfahrung, sich mit Leuten zu unterhalten, deren Gesicht man kaum sehen kann..
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Könnt ihr die Lippen vom Mann im Mond sehen?
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Die einzige Lampe stand am Grill.
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Es war aber ein super Abend! Im Dunkeln trinken, essen und Marshmallows rösten am Fluss hat schon was. Von jetzt an wird es immer kälter..
Das einzig gute am Herbst kommt aber erst noch – das bunte Laub an den Bäumen!

Und wie war euer Wochenende eigentlich?

Ein Spaziergang durch das Feuerbeet

Hallo ihr lieben. Ich möchte nicht jeden Eintrag damit anfangen, warum ich so lange nicht gebloggt habe. Ich wollte, hatte aber meinen PC für ein paar Tage nicht dabei – und dafür entschuldige ich mich heute mal nicht.

Warum auch, wenn ich dafür umso tollere Bilder von meinem Wochenende präsentieren kann? Da hat sich die Warterei ja fast gelohnt. (Na das wollen wir doch erst mal sehen!) Ruhe jetzt! Und Augen auf!

Am Samstag ist meine bessere Hälfte mit mir vom Hause der Schwiegereltern aus, in ein träumerisches Blumenland gefahren.

Nämlich zum 巾着田 (kinchakuda) in der Saitama Präfektur, nahe der Station 高麗 (Koma).

Dazu nimmt man entweder die Seibu-Ikebukuro Line von 池袋 (Ikebukuro) aus Richtung 飯能 (Hannou) und steigt dort um, oder man nimmt JR Züge über 大宮 (Omiya) oder 川越 (Kawagoe).

In 高麗 (Koma) angekommen begrüsste uns die Sonne und diese zwei Burschen:
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Da wir nicht wirklich wussten, wo sich das Ziel befand, liefen wir einfach dem Menschenstrom hinterher und wurden so durch kleine Straßen der Anwohner geleitet. Die Bauern hatten sich den Besucherstrom alsgleich zu Nutze gemacht und priesen ihre Waren an.
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Alles fühlte sich so herbstlich an..
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Und wie so oft hatte ich ein spitzen Timing, ohne es zu wissen! Keine Sekunde früher hätte ich sein dürfen, denn sonst wäre mir diese wundervolle Begegnung entgangen:
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Eine Gottesanbeterin! So wunderhübsch!
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An den Ständen wurden sogar Seerosen zum Verkauf angeboten.
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Nach einer Weile gelangten wir an einen kleinen Fluss. Schon dort war der Weg mit der wundervollen 彼岸花 (higanbana – red spider lily) gesäumt – dem Star des heutigen Eintrages.
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Da diese Blumenfelder sehr beliebt sind in Japan, wird natürlich auch abkassiert. 250 JPY pro Person. Aber es lohnte sich:
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Ein ganz paar weiße Higanbana konnte man auch entdecken.
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Am Fluss ging es künstlerisch zu. Vor allem die Tracht des Malers fand ich sehr originell, sodass ich mich zu den fotografierenden Omis stellte.
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Scheinbar können diese Blumen fast überall wachsen. Wirklich erstaunlich..
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Von oben gesehen – fast wie ein Feuerwerk. Ein Feuerwerk der Natur.
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Und auf dem Rückweg musste ich dann noch ein wenig meine kindlichen Züge ausleben und auf Bäume klettern..DSC08499

Im Grunde hat die 彼岸花 (higanbana) einen eher schlechten Ruf. In Japan wird sie vor allem als Grabblume genutzt und mit dem Tod in Verbindung gebracht. 彼岸 (higan) bedeutet “die andere Seite des Flusses”, womit indirekt der 三途の川 (Sanzu Fluss) gemeint ist. Laut Buddhistischem Glauben, überquert man diesen Fluss beim Tod und lebt dann mit den anderen Verstorbenen auf der anderen Seite eben dieses Flusses, bis man wiedergeboren wird. Angeblich soll dieser Fluss irgendwo im 恐山 (Osore Berg – osore bedeutet “Furcht”) sein, gesehen haben ihn natürlich nur diejenigen, die ihn überquerten (oder fast überquerten). Der Berg gilt als Eingang in die Buddhistische Unterwelt. Jährlich treffen sich hier Schamane, mithilfe denen man angeblich den Kontakt zu den Toten aufnehmen kann..

Ganz gruselige Geschichte. Ich habe mal über den Fluss und generell Glauben und Religion in Japan mit meiner Schwiegermama diskutiert.

Was den Fluss angeht: Falls einige von euch Buddhisten sind – auf der anderen Seite nicht das Wasser trinken, was euch angeboten wird. Ihr werdet dort eine unglaublich quälende trockene Kehle haben, aber wenn ihr das Wasser ablehnt und einige Tage durchhaltet, sollt ihr euch nach der Wiedergeburt angeblich an das vorherige Leben erinnern können. Das Wasser löscht also euer Gedächtnis.

Ich habe natürlich meine eigene Meinung, aber es ist immer wieder interessant andere Geschichten zu hören.

Und sind die Blumen nicht einfach wundervoll? Für mich sehen die nach Tod nicht aus..