Deutscher Japan Blog

Kimono der zweite und Schnee der erste

Hallo ihr lieben,
hoffe ihr seid bis jetzt gut durch den Winter gekommen?

Ich habe schon gehörig die Nase voll (nein nicht wegen Schnee oder so, den gibts sogut wie nie in Tokyo) – sondern von den Temperaturen! Vor allem IM Haus.
Dieser Tage haben wir auch gern mal 4℃ im Badezimmer, da kommt so richtig Freude auf, sich dann mit eiskaltem Wasser noch die Zähne und das Gesicht zu waschen.
Auch in den Zimmern wird es nicht richtig warm bzw. wenn man die Klimaanlage aus stellt, wirds sofort kalt. Und von meiner halb gefrorenen Nase beim schlafen, will ich gar nicht erst anfangen. Haha.

Aber genug gemeckert, denn es gibt auch gute Seiten am Winter.
Wie zum Beispiel: Man kann den Kimono tragen! Der ist genau passend für die Wintermonate und eigentlich vom Herbst bis Frühling ein schöner Begleiter.

Und da ich einige Kimonos habe und im Moment total darauf abfahre, habe ich letztens einen anderen Kimono aus meiner Sammlung gezogen und mich an das anziehen gemacht.
Das ankleiden dauert bei mir immer noch ziemlich lange und ist auch nicht perfekt, aber ich war stolz, dass ich es überhaupt irgendwie alleine hinbekommen habe.

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Erst das Unterkleid (heisst: Nagajuban 長襦袢)
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Und der “ich habs geschafft Selfie”:
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Dann habe ich mich auf nach Asakusa gemacht (was sich später als Fehler herausstellte..)
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Asakusa (浅草) ist wohl das berühmteste und touristischste Ziel in Tokyo, dank des riesigen Tempels und den noch Teils an Kyoto erinnernden Häusern.
Wenn man in Tokyo lebt, dann möchte man diesen Ort meist vermeiden (ist fast so wie als New Yorker zum Times Square zu gehen). Sprich: Total überlaufen, alles mit teuren Souvenirshops ausgestopft usw.

Ich bin aber trotzdem hin, weil ich für Fotos ein bisschen schöne Kulisse haben wollte.
Der Preis war, dass mich permanent (und vor allem) Chinesische Touristen angegafft haben, mich umzingelt und Fotos machten. Das war äusserst nervig und unangenehm.

Aber trotzdem habe ich in einem abgelegenen Fleckchen in Ruhe ein paar Bilder machen können.
So sieht also der Kimono aus, den ich an dem Tag zum ersten Mal getragen habe:

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Für Interessenten: Der Obi nennt sich “Nagoya-Obi” (名古屋帯) und wird so gebunden, dass hinten so eine Große Fläche entsteht (nennt sich o-Taiko, wie die Trommel) wo meist ein schönes Muster oder Bild zu sehen ist. Sobald man verheiratet ist, ist der Nagoya-obi und diese Bindeweise angebracht. Schleifen etc. sind für unverheiratete und Kinder.

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Das Wetter an dem Tag war auch nicht DER Traum, aber immerhin war es trocken.
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Und weil ich Lust hatte, habe ich den Spieß einfach mal umgedreht und ein Foto mit einem Taiwenesen gemacht, der wie auf einer Hochzeit gekleidet war.
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Ein paar Tage später hatten wir dann endlich mal ein wenig Schnee. Der erste Schnee in 2015!
Wie ich schon sagte kommt in Tokyo oft nicht viel runter bzw. taut der Flaum immer sehr schnell weg.
Dieses Mal war ein klein bisschen mehr Schnee zu sehen und das mussten wir natürlich feiern.

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Eine einzige!! Pflaumenblüte habe ich auch am Baum entdeckt. Nur eine!
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Zur Zelebrierung haben wir erst eine kleine Schneefrosch-Familie gebaut und vor den Schrein gesetzt und dann eine Schneeballschlacht gemacht.
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Wie siehts bei euch aus? Hattet ihr schon ordentlich Schnee?
Wenn ja, mögt ihr Schnee oder habt ihr schon genug?

Ich bin immer ganz Schnee-verrückt, aber ich mag nicht dieses gematsche. Entweder es schneit richtig dicke oder es soll ganz wegbleiben.
Am Nachmittag/Abend war hier schon fast alles wieder weggetaut. Ein kurzer Spaß..

Umzugsstress und Putzfimmel

Puh! Jetzt ist das gröbste vorüber – Zeit mich mal wieder auf meiner Homepage sehen zu lassen.

Am 21. August hatte ich meinen letzten Tag auf der Arbeit. Ein ziemlich schwieriges Unterfangen, denn ich wollte auf den letzten Stunden noch etwas schaffen und musste trotzdem irgendwie meinen Schreibtisch komplett entmüllen und alles mögliche vom PC löschen.

Was aber am schwierigsten war, könnt ihr euch sicher vorstellen: Den lieben Kollegen Auf Wiedersehen sagen. Natürlich nicht für immer, aber zu sehen, wie herzliche und sonst so starke Menschen wegen mir ein paar Tränen verdrücken, tut schon weh..
Ich habe als Present selbstgemachten Pflaumenwein verteilt. (Das Rezept bzw. die Anleitung hatte ich hier gepostet: Wie man Japanischen Pflaumenwein macht)
Pflaumenwein
Gegen Mittag kam ein riesiger Blumenstrauss per Post. Einer meiner Kunden hat mir einen Strauss kleiner Sonnenblumen geschickt. Totaler Wahnsinn!
Nachdem ich alles erledigt hatte und mein Schreibtisch sauber war, wollte ich eigenlich nach Hause – doch als ich mich verabschieden wollte gab es plötzlich starken Platzregen. Also blieb ich länger und länger. Jedes Mal wenn der Regen schwächer wurde und ich mich wieder verabschiedete, ging es umso schlimmer los.
Meine Kollegen und auch das Wetter wollten mich nicht gehen lassen.
Ein letzter Blick.. Dann war alles vorbei.
Last day at work

Am nächsten Tag ging es morgens gleich weiter im Programm: Umzug!
Seit Tagen hatte ich aussortiert und Kisten gepackt.. Nun war die Wohnung traurig leer.
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Ein Blick vom Balkon: Da zurrt sich der Mann vom Yamato Kurier schon die Schuhe fest. Bereit unsere Kisten durch Tokyo zu gurken.
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Und Schwupps – da sind wir wieder zurück auf Null. So wie alles begann hört es auch auf.
Life.Reset

Jetzt wohnen wir erst einmal befristet bei den Schwiegereltern. Die waren zum Glück eine Woche verreist, sodass wir Ruhe hatten und die Kartons die überall im Weg standen niemanden störten.
Seit Tagen haben wir nun ein Art Gartenhaus wie wild ausgemistet. (Also nicht unsere Sachen, sondern Mist der sich über Generationen von 3 Kindern und Eltern angelagert hat.) Gnadenlos und Säckeweise haben wir weggeschmissen und dann sortiert, sauber gemacht. TAGELANG. (Ich hätte mal Vorher/Nachher Bilder machen sollen. Mensch!)

Trotz Maske hab ich irre unter meiner Stauballergie gelitten und wurde vom feinsten von Mücken zerstochen – aber es hat sich gelohnt: Jetzt haben wir ein wenig Platz und eine Nutzfläche bzw. unser Büro/Atelier geschaffen. Ein eigenes Reich mit Sofa, Arbeitstisch, Steckdose und Fenster zum austoben. (Im Arbeits- Kunsttechnischen Sinne)

Und weil die Schwiegermama keine Pestizide auf dem Gemüse (sie bestellt das meiste bei einer besonderen Firma) und auch keine Chemikalien mag, sehen einige Teile dieses Hauses auch dementsprechend aus… Will meinen, dass wenn man Geschirr und auch Badezimmer mit Pflanzlichem Mittel oder normaler Seife wäscht, dass nicht unbedingt so super sauber wird..

So haben wir agressive Reiniger gekauft und in der Abwesenheit der Eltern das Duschbad komplett vom Schimmel (zwischen den Fliesen) befreit und auch sonst habe ich heute nochmal einige Stunden gewirbelt – und siehe da! Das Bad sieht aus wie neu!! Meister Sauber hat auch seinen Teil beigetragen. Obwohl ich lieber selber putze. (Männer machen immer nur die Hälfte und “Äh das geht nicht ab. Blablabla”. Ihr Frauen wisst was ich meine. Hehehe!)
Mr.Clean

Also hab ich nun endlich Zeit meine Kunstzeugs-Produktivität ein wenig hochzuschrauben. Allerhöchste Eisenbahn!

Wenn ich aus Deutschland zurück bin, muss ich aber auch erst einmal wieder ganz viel Klamotten aussortieren. Da gibt es wieder so vieles was seit Ewigkeiten nur den Schrank vollstopft.. Wenn ihr Interesse habt, poste ich gern wieder Fotos hier zum Verkauf.

Zusätzlich zum Umzug und Saubermachen war dieser Monat auch irre busy was KAERU PARCELS angeht. Das war natürlich total toll und ich hoffe das bleibt auch so bzw. vermehrt sich noch, aber wenn es kommt dann immer alles auf einmal.

Puuuuh! Ich hol jetzt erstmal Luft. Und wünsche euch einen schönen Resttag.
Alles Liebe!!