Japan

Kimono der zweite und Schnee der erste

Hallo ihr lieben,
hoffe ihr seid bis jetzt gut durch den Winter gekommen?

Ich habe schon gehörig die Nase voll (nein nicht wegen Schnee oder so, den gibts sogut wie nie in Tokyo) – sondern von den Temperaturen! Vor allem IM Haus.
Dieser Tage haben wir auch gern mal 4℃ im Badezimmer, da kommt so richtig Freude auf, sich dann mit eiskaltem Wasser noch die Zähne und das Gesicht zu waschen.
Auch in den Zimmern wird es nicht richtig warm bzw. wenn man die Klimaanlage aus stellt, wirds sofort kalt. Und von meiner halb gefrorenen Nase beim schlafen, will ich gar nicht erst anfangen. Haha.

Aber genug gemeckert, denn es gibt auch gute Seiten am Winter.
Wie zum Beispiel: Man kann den Kimono tragen! Der ist genau passend für die Wintermonate und eigentlich vom Herbst bis Frühling ein schöner Begleiter.

Und da ich einige Kimonos habe und im Moment total darauf abfahre, habe ich letztens einen anderen Kimono aus meiner Sammlung gezogen und mich an das anziehen gemacht.
Das ankleiden dauert bei mir immer noch ziemlich lange und ist auch nicht perfekt, aber ich war stolz, dass ich es überhaupt irgendwie alleine hinbekommen habe.

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Erst das Unterkleid (heisst: Nagajuban 長襦袢)
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Und der “ich habs geschafft Selfie”:
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Dann habe ich mich auf nach Asakusa gemacht (was sich später als Fehler herausstellte..)
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Asakusa (浅草) ist wohl das berühmteste und touristischste Ziel in Tokyo, dank des riesigen Tempels und den noch Teils an Kyoto erinnernden Häusern.
Wenn man in Tokyo lebt, dann möchte man diesen Ort meist vermeiden (ist fast so wie als New Yorker zum Times Square zu gehen). Sprich: Total überlaufen, alles mit teuren Souvenirshops ausgestopft usw.

Ich bin aber trotzdem hin, weil ich für Fotos ein bisschen schöne Kulisse haben wollte.
Der Preis war, dass mich permanent (und vor allem) Chinesische Touristen angegafft haben, mich umzingelt und Fotos machten. Das war äusserst nervig und unangenehm.

Aber trotzdem habe ich in einem abgelegenen Fleckchen in Ruhe ein paar Bilder machen können.
So sieht also der Kimono aus, den ich an dem Tag zum ersten Mal getragen habe:

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Für Interessenten: Der Obi nennt sich “Nagoya-Obi” (名古屋帯) und wird so gebunden, dass hinten so eine Große Fläche entsteht (nennt sich o-Taiko, wie die Trommel) wo meist ein schönes Muster oder Bild zu sehen ist. Sobald man verheiratet ist, ist der Nagoya-obi und diese Bindeweise angebracht. Schleifen etc. sind für unverheiratete und Kinder.

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Das Wetter an dem Tag war auch nicht DER Traum, aber immerhin war es trocken.
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Und weil ich Lust hatte, habe ich den Spieß einfach mal umgedreht und ein Foto mit einem Taiwenesen gemacht, der wie auf einer Hochzeit gekleidet war.
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Ein paar Tage später hatten wir dann endlich mal ein wenig Schnee. Der erste Schnee in 2015!
Wie ich schon sagte kommt in Tokyo oft nicht viel runter bzw. taut der Flaum immer sehr schnell weg.
Dieses Mal war ein klein bisschen mehr Schnee zu sehen und das mussten wir natürlich feiern.

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Eine einzige!! Pflaumenblüte habe ich auch am Baum entdeckt. Nur eine!
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Zur Zelebrierung haben wir erst eine kleine Schneefrosch-Familie gebaut und vor den Schrein gesetzt und dann eine Schneeballschlacht gemacht.
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Wie siehts bei euch aus? Hattet ihr schon ordentlich Schnee?
Wenn ja, mögt ihr Schnee oder habt ihr schon genug?

Ich bin immer ganz Schnee-verrückt, aber ich mag nicht dieses gematsche. Entweder es schneit richtig dicke oder es soll ganz wegbleiben.
Am Nachmittag/Abend war hier schon fast alles wieder weggetaut. Ein kurzer Spaß..

Knotfest Japan 2014

Hallo ihr lieben,

da ich immer noch nicht die Muße hatte durch all meine Urlaubsfotos von den USA etc. zu gehen (ich bin so schlecht!) poste ich jetzt munter weiter aus Japan von letzteren Ereignissen..

Wer mich gut kennt, weiss dass ich seit meinen jungen Jahren eine Liebe zur Metal- und Rockmusik hege. Die Phase mit Japanischem Rock habe ich schon durch (ausser Dir en grey, die sind gut!) also klebe ich noch an all den amerikanischen Bands die schon seit Ewigkeiten harte/härtere Musik machen.
Und da haben wir schon ein neues Problem am in Japan leben gefunden: Fast nie kommen gute Bands mal nach Japan!!! Nein, alle touren sie schön in den USA und Europa und meinereiner verkümmert hier im Sumpf der Freundlichkeiten.

Aber!! Slipknot hatte Mitleid und hat ihr neues Festival genannt “Knotfest” aus den USA nach Japan geholt (das erste Knotfest ausserhalb USA) und mich damit zu einem sehr glücklichen Menschen gemacht. Hehe.

Knotfest Japan lineup

Vor einem halben Jahr habe ich mir also sündhaft teure Tickets geholt (in diesem Fall ¥30.000 = $280) und am 15.& 16.November habe ich mich auf zum Nonstop Konzertspaß über 2 Tage gemacht. Als Location wurde Makuhari Messe in Chiba ausgewählt.

Tag 1 also:
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Makeup:
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Der Merchandise Stand war komplett unerreichbar den ganzen Tag über..
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Ich war noch auf keinem Festival in Japan und war aus mehreren Gründen nervös:
Zum einen sind Konzerte in Japan immer scheisse (man darf keine Fotos machen und nicht moshen und blabla), die Leute uncool und dieses war in einer Halle und ich wusste nicht ob man frei rumlaufen und was essen kann..
Um so angenehmer war die Überraschung! Total geiles Festival mit Buden und man konnte rein und raus und drinnen gab es 2 Bühnen auf denen abwechselnd gespielt wurde.

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Es gab sogar einen überteuerten Fotoautomaten!
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Ich habe mir Crossfaith, Papa Roach, Lamb of God und ein bisschen von den anderen angeschaut bevor es zu meinem Highlight Limp Bizkit kam!
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Ziemlich weit vorn hinter dem ersten Wellenbrecher standen wir und wurden fast zerquetscht. Die ersten 2 Songs waren wirklich die Hölle!! Meine Freunde habe ich sofort in der Menge der Qualen verloren (obwohl sie direkt hinter mir standen..) aber später hab ich eine relativ “bequeme” Position gefunden und konnte das Konzert geniessen.
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Hier ein Video was ich geschossen habe:

Es war einfach der pure Wahnsinn! Und dann habe ich mich noch mit einem Mädel, was direkt neben mir stand, angefreundet.

Nach Limp Bizkit sollte dann gleich Slipknot auf der Bühne nebenan starten. Da wollte ich natürlich auch ganz vorn mit dabei sein und hab mich in eine der ersten Reihen gedrängt.

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Auch bei Slipknot bin ich da vorne fast krepiert. Es war ein knochenbrechendes Gedrücke und gemoshe..
(Mich hat letztens jemand gefragt was ein Moshpit und moshen bedeutet! (Really?) Also erklär ich das mal kurz: Moshen ist ein tanzen, bei dem man um sich schubst und vielleicht auch schlägt. Das ist eher etwas heftig, aber sobald jemand fällt etc. wird man sofort von anderen hochgeholfen. Oft entstehen “Circle Pits” in der Menge, wo eine kreisförmige Fläche in der Menge frei gemacht wird und sobald eine harte/schnelle Stelle im Lied kommt alle in den Ring springen und im kreis rennen und schubsen. Die härteste Erfahrung währe dann die “Wall of death” bei dem sich die Menge in der Mitte teilt (wie das Wasser bei Moses) und beide Seite geradezu ineinander laufen. Da mache ich aber nicht mit.)

Also bei Slipknot geht es gewöhnlich auch immer ganz deftig zu, aber auch hier war es gut auszuhalten nach den ersten 3 Liedern.

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Da man aber kein Wasser mit in den live Bereich nehmen durfte, war ich gegen Mitte der Show schon ziemlich am Ende meiner Kräfte, sodass ich ein wenig raus aus dem argsten an den Rand gegangen bin.
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Und dann war er auch schon vorbei, der erste Tag. Slipknot war auch der Hammer und ich war so vollgepumpt mit Glücksgefühlen.
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Auf dem Rückweg ist mir aufgefallen, dass der Merch Stand total leer war und somit bin ich “nur mal gucken” gegangen und dann mit einem Slipknot Pullover nach Hause gefahren. (War ja auch kalt und ich klatschnass geschwitzt.)
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Tag 2
Der Tag an dem noch ein wenig härtere Bands spielen sollten, bin ich noch eine Stufe dunkler gestylt und mit meinem neuen Pullover losgezogen.
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Ich hatte mich mit dem Mädel was ich bei Limp Bizkit kennen gelernt hatte verabredet und so haben wir ab Mittag schon mit ein paar Drinks angefangen.
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Und los ging ein weiterer perfekter Tag beim Knotfest.
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Ich glaube an dem Tag habe ich Five Finger Death Punch, Trivium und so gesehen bevor wir uns sehr früh für Korn angestellt haben. Leider war da kaum was zu machen (wir wollten in die erste Reihe) also blieb ich in der vielleicht 10ten Rheie.

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Was soll ich sagen. Bei Korn war es schlimmer als bei den anderen Konzerten am Vortag. Ich konnte während des Konzertes sogut wie keine Fotos und Videos machen (Ausser bei ruhigeren Songs). Es war einfach zu heftig. Aber ein supertolles Konzert, ich habe Korn wirklich vermisst (8 Jahre ist es her).

Danach ging es dann gleich mit Slipknot auf der anderen Seite weiter, aber da liess ich es etwas langsamer angehen. (Außerdem habe ich einen Weg gefunden eine Flasche Wasser reinzuschmuggeln, was mir das Leben beim Korn Konzert gerettet hat. Ohne wäre wirklich nicht gegangen!)
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Als alles vorbei war und ich nach Hause musste, habe ich erst einmal geheult. Dieses Festival war eines meiner besten Momente in Japan seit langem. 2 Tage voller guter Musik, lockere und tolle Leute aus Japan und Übersee – so ein Kontrast zum Alltag. Endlich unter Leute mit gleichem Geschmack und Lebensstil, sich verstanden fühlen, eins sein!
Auf dem Nachhauseweg wurde die Bahn, die zuvor mit vertrauten Gesichtern und viel schwarzer Kleidung gefüllt immer leerer. Beim Umsteigen mischten sich Anzugträger und Disney-Fanatiker immer mehr in die Masse, bis ich am Ende wieder allein zwischen all den Ja-Sagern im Zug saß.
Aber ein Trost ist, dass all die Leute da draussen unter die Massen gemischt wurden mit ähnlichen Gefühlen.

Eines Tages werden wir uns wieder vereinen.
Sei es beim Ozzfest oder nächsten Knotfest!

Immerhin habe ich mir ein paar Erinnerungen mitgenommen.
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Nach 2 Wochen auch noch sichtbar:
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PS.: Hier noch ein paar professionelle Fotos:
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Danke an Slipknot und das Knotfest Team, für dieses unvergessliche Ergebnis.

Herbstliches Nikko 2013

Upsi. So schnell vergeht also ein Monat ohne Bloggen!! Viel zu schnell wenn ihr mich fragt!

Aber lasst uns meine Abstinenz schnell vergessen (berichte ich demnächst drüber) und zu meiner kleinen Wochenendreise nach Nikko kommen.
Nikko (日光) ist ein berühmtes Plätzchen in der Tochigi Präfektur und ein Weltkulturerbe dank seinen alten Tempeln und Schreinen. Von Tokyo fährt man ungefähr 3 Stunden mit dem Zug.
Ich war vorher schon einige Male dort, aber finde es immer wieder so zauberhaft dort, wenn das Laub in bunten Farben strahlt.

In der Nähe unserer Bleibe gab es ein kleines abgelegenes Örtchen, wo sich nicht die Massen an Touristen tummelten.
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Ein kleiner Fluss hat sich seinen Weg durch das Gestein gebohrt um rauschend von den Bergen hinabzuströmen.
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Viele Steinfiguren säumen den Weg und scheinen das Areal zu bewachen.
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Etwas was man in Nikko gar nicht verfehlen kann ist die “Heilige Brücke” (神橋). Man läuft ihr über den Weg, wenn man vom Bahnhof zu den Tempeln möchte..
Einer Legende zufolge soll hier im Jahre 766 ein Priester mit seinem Gefolge gewandert sein und hat gebetet, dass er den Fluss überqueren kann. Da sei ihm ein Gott erschienen und hat ihm eine Brücke aus 2 Schlangen geformt. Seitdem soll dieser Ort heilig sein. Die Brücke selbst wurde um 1600 gebaut und war bis 1973 nur Leuten aus dem Kaiserhaus vorbehalten.

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Na, also sowas von respektlos..
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Der bestimmt berühmteste Platz in Nikko ist jedoch der Toushougu Schrein (東照宮).
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Vor allem die Schnitzerei mit den 3 Affen, die nichts sehen, hören oder sagen wollen, ist in der ganzen Welt bekannt.
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Die meisten Gebäude wurden im Jahre 1636 fertig gestellt. Um dem Verfall entgegenzuwirken wird hier seit Jahren verstärkt restauriert – oft zum Leid der Besucher, denn ein großes Gate war hier komplett verhüllt. Zum Glück habe ich das aber schon vor ein paar Jahren gesehen.
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Dafür sind andere Teile des Schreinkomplexes schon fertig restauriert und strahlen in neuem Glanz:
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Auch die “schlafende Katze” hat ein wenig an Berühmtheit erlangt.
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Was ich erst später erfahren habe ist, dass die Katze von vorn schlafend wirkt und von der Seite gesehen wach zu sein scheint. Ausserdem ist auf der Rückseite, wenn man durchs Tor geht, ein Vogel abgebildet. Aber das müsst ihr euch selbst anschauen – ich wusste das zur Zeit meines Besuches nicht.

Durch das Katzentor gegangen, kann man einem gemauerten Gang mit ewig langen Treppen nach oben auf den Berg folgen. Das haben wir auch gemacht. Nur leider hatten an einem Sonntag auch viele andere Besucher diese Idee, also staute sich alles mehrere hundert Meter. Ich weiss nicht wie lange wir eigentlich angestanden haben..
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..ohne zu wissen was eigentlich dort oben auf dem Berg zu sehen ist.

Am Ende haben wir es aber dann herausgefunden. Ein Schrein und die Grabstätte mit Überresten des Shoguns Tokugawa Ieyasu trohnten über allem.
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Und so sieht eine Komplett-Restaurierung aus:
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Fertigstellung in ein paar Jahren..

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Wir waren eigentlich schon etwas spät dran, um das Herbstlaub zu begutachten. Das meiste war schon vorüber, aber wir haben trotzdem noch ein paar schöne Bäume entdecken können.
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Was ich persönlich schrecklich an Nikko finde, ist dass ab 18 Uhr Abends fast alle Restaurants dicht machen, die Straßen komplett menschenleer und dunkel sind, und dass es somit kaum Möglichkeiten gibt zu essen oder einen Konbini zu finden.
Zum Glück gab es aber so ca. 2 Restaurants im Umkreis von 5 Kilometern, die noch Abendessen servierten.
Yuba (Sojamilchhaut) ist eine recht berühmte Speise in Nikko. (Es hört sich eklig an, aber schmeckt übergeil! Ich habe schon mein Stammlokal in Kyoto, wo ich immer Yuba esse.)
Also haben wir uns auch ein Yuba Set mit Tempura (frittiertem Gemüse) bestellt.
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Dazu einen Gratin mit Salat.
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Nach dem Gaumenschmaus haben wir noch einen Verdauungsspaziergang in der Kälte gemacht, denn die Brücke ist Abends hübsch beleuchtet.
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Am nächsten Morgen ging es dann auf zum Rinno-ji Tempel (輪王寺).
Auch hier war ein großes Tor inmitten von Restaurationsarbeiten. Und viele Gruppen mit Schulkindern..
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Könnt ihr jemand blödes in dem Bild finden?
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Schöne Decke in dem Tor.
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Hinter diesem Tor befindet sich das Mausoleum des Shoguns Tokugawa Iemitsu, welcher der Enkel des bereits genannten Tokugawa Ieyasu war.
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Wenn man alle Treppen wieder hinabsteigt und alle Tore durchquert hat, kann man nebenan gleich noch einen Tempel (oder Schrein?) sehen.
Wenn man als Pärchen durch diesen Ring läuft, dann links herum und nochmals durch und dann rechts herum und den Ring nochmals durchquert, dann soll das Glück bringen. Aus Spaß haben wir das mal gemacht.
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Danach haben wir noch einen letzten Spaziergang gemacht und Soba zum Mittag gegessen, bevor es wieder nach Tokyo ging.
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Wenn man ein wenig mit dem Bus durch das Serpentin sich den Berg hochquält gibt es noch 2 malerische Wasserfälle und einen riesigen See auf dem oberen Teil Nikkos. Das haben wir uns diesmal aber gespart.

Design Festa

Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr darüber berichten, aber dann ist soviel dazwischen gekommen, dass ich es bis jetzt aufgeschoben habe:

Mein Besuch bei der Tokyo Design Festa im November 2012, Tokyo Big Sight!

Das ist eine riesige Messe / Kunstausstellung oder auch auf Cool-Deutsch: Event. Es ist von allem etwas vorbei. 2x Jährlich also wird die Design Festa für 2 Tage für Kleinkünstler und die, die es mal werden wollen (so wie ich), abgehalten. Es wird einfach gemalt und ausgestellt um der Welt zu zeigen “Hier bin ich!” – aber auch verkauft wie wild.

Heute nehm’ ich euch also auf einen kleinen Rundgang mit.

Festhalten – es könnte bunt werden!!

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Ich hatte im oberen der beiden Ausstellungsflächen begonnen. Dort steppte mir gleich ein Fuchs entgegen.
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Ich wünschte ich könnte so malen:
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Ich finde es schön, dass es hier wenigstens keinen Rassismus gibt. Wenn sich Pferde als Aussteller anmelden, dann wird das mitunter auch genehmigt..
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Die besten Verkaufsstrategien in Japan: Auf dem Handy rumtippen und den potenziellen Kunden ignorieren oder total verängstigte Künstler, die fast daran zerbrechen, wenn jemand näher an den Stand herantritt. So wird das aber nichts ihr lieben!!
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Hier ein positives Exemplar von aufgeschlossener Kundenfreundlichkeit. Da bleibt man gern mal eine Sekunde stehen und schiesst ein Foto.
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Einer meiner Favoriten des Tages ist diese süße Dame, die so perfekte und niedliche Filzfiguren zaubert, wie ich sie noch nicht gesehen hab!
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Na ihr hübschen!
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“Ich will nicht mit meiner Kunst gesehen werden!” (Das habe ich mir ausgedacht..)
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Es gibt wirklich nichts was es nicht gibt, auf der Design Festa.
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Hier hätte ich dann am liebsten schon zugeschlagen:
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Live wurde auch an 3 Ständen diese nette japanische Fesseltechnik vorgeführt, die man sonst nur aus den etwas heftigeren Erwachsenenfilmen kennt..
Gegen Bezahlung konnte man sich vor allen Leuten also festzurren lassen. Wer’s mag.
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Die großen Live-Painting Wände sind wirklich Wahnsinn. Ich könnte nie so groß zeichnen.
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Besonders angetan war ich von dieser Taschenkunst. Ein junger Mann näht aus robustem Stoff und Leder kleine Bootförmige Taschen. Total super!
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Wo ist der Standbesitzer eigentlich?
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Nein, die sind es nicht…
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Am Ende wird man echt müde, weil man Stundenlang konstant soviel auf die Augen bekommt, dass man gar nicht mehr weiss, wo man als erstes hinschauen soll.
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Auch bin ich ein kleiner Fan von dieser Künstlerin geworden (die leider auch nicht aufs Bild wollte):
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Und diese Filzfiguren waren einfach zu überperfekt. Ich bin fast umgefallen!
Wenn ich mal mehr Geld habe, werde ich es hier investieren. (Ein bisschen.)
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Cuteness overload!! Der Pinguin, die Miez. Aaaah!
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Und ich habe noch jemanden gefunden, der gern bemalte Schuhe trägt. Ob sie diese selbst designed hat?!
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In der Show Area schwang eine Frau den Besen..ähm.. ich meine den Pinsel natürlich.
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So viele Meeeeenschen.
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Jetzt ist es raus: Künstler ernähren sich also schlecht.
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Alle unter 18 Jahren jetzt mal kurz weggucken. Upsiiii!
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Weiter geht’s mit harmlosen Miezekatzen.
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War ich nach Stunden auf den Beinen auch: Fuckin’ Sleepy!
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Als ich um 18:11 Uhr dann von einem Automaten bedroht wurde, reichte es mir und ich trat den Weg nach Hause an.
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So wie der gelbe Kondommann.
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Was gefiel euch eigentlich am Besten von den Kunstwerken / Produkten?

 

Und hier nun die Auflösung, warum ich eigentlich in letzter Zeit so irre unter Strom stehe und jede freie Minute arbeite:

Ihr ahnt es sicher schon.

Ich selbst habe in letzter Sekunde einen Standplatz ergattert und werde am 10./11. Mai 2013 selbst dort ausstellen und verkaufen. Wer also in Tokyo ist, kann mich gern dort besuchen kommen. Eintritt pro Tag ist 800 JPY im Vorverkauf oder 1000 JPY beim Einlass direkt. Für beide Tage gibt es Rabatt..

Und weil das ganze schon bald ist und ich wegen Hochzeit etc. nicht früher mit der Planung anfangen konnte, bin ich gerade am rotieren und bekomme langsam Panik, weil ich noch kaum etwas zum verkaufen habe. Ich male, bastle und designe also in jeder freien Minute an Handy Covern, Visitenkarten, T-Shirt Design und Co.

Meine erste selbst-gehostete Webseite ist auch fast fertig – in ein paar Tagen werde ich 3-sprachig online gehen mit Blog, Galerie und meinem eigenen Online Shop. Das ganze hat auch irre Zeit gekostet, weil ich wie ein Blinder ohne Krückstock mich mit HTML uns CSS Codes herumschlagen (und Freunde um Hilfe anbetteln) musste. Erwartet also nicht zuviel.

Ab April werde ich aber weniger in meinem Hauptberuf arbeiten, sozusagen nur noch Teilzeit (4x die Woche) und somit etwas mehr Zeit für mich und mein Gebastel haben. Natürlich daher auch weniger Geld, deshalb bin ich über jede noch so kleine Unterstützung in Sachen Mundpropaganda etc. dankbar, um mehr und mehr Leute zu erreichen.

Hoffentlich habe ich auch wieder mehr Zeit zum bloggen – also vor allem nach der Ausstellung denke ich. Mir fehlen die ausgedehnten Spaziergänge zu zweit. Meine Kamera und ich. Hahah. Und etwas Zeit mit meinem Mann natürlich auch.

Ach und da ist noch ein Kleinigkeit.

Da ich jetzt 25 Jahre alt geworden bin und mit großen Schritten dem Altsein entgegen sprinte, musste ich jetzt nochmal richtig aufdrehen und meine Haare färben. Ganz nach dem Motto: Wenn nicht jetzt, dann mach ich’s nie! Oder auf englisch: YOLO – You only live once! habe ich mir die Haare diesmal komplett bleichen und dann färben lassen. In Pastell-lila.

Und in Japan, wo Haarfarben ausser der Norm schwer verpönt sind (ich rede hier von ausserhalb der Harajuku-Gefilde) ist das nochmal doppelt so witzig wie in Deutschland.

Also bleibt mir treu, ihr Knusperkekse!

Lila-Anji

Setsubun

Am Sonntag, den 3. Februar 2013 war wieder einmal 節分 (Setsubun).

Vor einem Jahr hatte ich ja bereits schon einmal darüber geschrieben. Und dieses Jahr habe ich einmal das volle Programm bei meinen Schwiegereltern mitgemacht.

Am Abend haben wir also begonnen 恵方巻(Ehomaki) zu machen. Das sind Reisrollen, ähnlich der, die ihr sicherlich schon vom Sushimann um die Ecke kennt – Aber mit Zutaten gespickt, über die der Sushi Chef nur verbost den Kopf schütteln würde.
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Je nach Jahr ändert sich die “Glücksverheißende Himmelsrichtung” (恵方 – ehou). Dieses Jahr ist es Südsüdost (南南東 -nannantou). Laut einem aus Osaka stammenden Brauch soll, wenn man die Ehomaki in die Glücksrichtung zeigend an einem Stück und ohne zu sprechen isst, die dort in sich hineingesagten Wünsche erfüllt werden.
Mein Schwiegerpapa hat gequatscht..
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Zum Abendessen gab es natürlich auch noch mehr zu essen.
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Um 19 Uhr sind mein Mann und ich dann schnell zum nahegelegenen Schrein gehuscht, um bei der Zeremonie dabei zu sein.
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Nachdem der Shinto Priester fertig war, wurden wir mit gerösteten Bohnen beworfen. Das nennt sich 豆まき (mamemaki) und ist eine der Traditionen. (Dazu später aber noch mehr.)
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Auch Mandarinen wurden noch an alle Besucher ausgegeben. Ich fühlte mich fast wie bei der Wohlfahrt.
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Als alle freien Gaben ausgeschöpft waren, versammelten sich die Besucher um einen großen Haufen weggeworfener Gegenstände. Viel mehr war es ein Berg aus Neujahrsdeko (Kieferzweige, Bambus etc.) der nun rituell verbrannt werden sollte. Auch ein Daruma saß auf dem Berg oben auf. Ich fragte mich, welches Ziel sein Besitzer erreicht hat..
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Der Priester verbeugte sich etwa 20 Mal und murmelte etwas unverständlich vor sich hin, seine Gehilfin vollzog ein weiteres Ritual der Reinigung (schätze ich mal, denn mein Mann hat wie so viele Japaner keine Ahnung was da vor sich geht).
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Nachdem alle Rituale vollzogen waren, wurde alles angezündet und die Musik fing an zu spielen. Hinter uns stand eine kleine Bühne auf der traditionelle Musik gespielt wurde – begleitet von Tanz mit Masken und Süßigkeiten für die Kinder.
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Also ich finde die Masken immer irgendwie gruselig. Das die Kinder dar nervlich aushalten ist enorm..

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Zuhause haben wir dann auch noch Mamemaki gemacht: Die Haustür aufgerissen, aus voller Kehle “Oni ha soto!” (Dämonen hinaus!) gerufen und Bohnen nach draussen geworfen – Gefolgt von “Fuku ha uchi!” (Glück herein!), um endlich mal ganz rebellenhaft Essen im Haus herumzuwerfen.

Damit hätten wir also alle Weichen für dieses Jahr gestellt. Jetzt muss das Glück nur noch kommen!

Des Frosches neue Werke

Jaha, ich habe in letzter Zeit rangeklotzt und 2 neue Handy Hüllen Designs (sagt man das so auf deutsch?) aus dem Boden ..äh.. dem Plastik gestampft.

Sehen sie her liebe Damen und Herren.

Ab jetzt kann man so fast alles auch offiziell käuflich erwerben z.B. über meinen Etsy Shop – aber natürlich auch ganz einfach per Anfrage hier oder auf meinen anderen 10.000 SNS Plattformen.

War das jetzt genug Werbung? Falls nicht, werde ich euch sicher an einem anderen Punkt noch einmal anbetteln das Wort per Mundpropaganda weiter zu tragen und… Jetzt reicht es aber mit dem Gebettel!

Ich stelle euch also als erstes einmal die zwei “Sailor frogs” vor, die in ihrer Freizeit gern auf dem Anker hocken und über das Matrosenleben plauschen.
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Zum anderen haben wir hier ein こけし人形 (kokeshi-ningyou = traditionelle Holzpuppe) Case.

Der Kimono der kleinen ist mal wieder aus dem Stoff gemacht.
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Beide Hüllen sind für iPhone 5, können aber natürlich auch für andere Handys gemacht werden..
So das war’s für heute. Die total irre Nachricht, wurde gerade abgesagt. Was das nun war, werde ich später hoffentlich erklären können. Erstmal ist hier wieder nur Stress :(

Schneegestöber

Heute Morgen traute ich kaum meinen Augen kaum, als ich aus dem Fenster spähte.
Schnee!
Und zwar der erste diesen Winter!

Der Frühstückseinkauf war eine prima Gelegenheit, um sich die doch in Tokyo eher seltene weisse Kristallmaterie mal von der Nähe anzuschauen.
Wirklich traumhaft alles in einer anderen Farbe zu sehen.

Am Nachmittag wollte ich eigentlich nur ein Foto vom Balkon machen, entschied mich dann aber für noch einen Spaziergang, denn – wer weiss wann man nochmal die Gelegenheit hat, soviel Schnee zu sehen.. Draussen war ich erst einmal richtig von den Socken! So viel Schnee habe ich noch nie in Tokyo gesehen!!
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Sehr zum Leidwesen für die Autofahrer, da hier in der Regel keine Winterreifen nötig sind. Generell scheinen Tokyoter keine Ahnung zu haben, wie man sich durch Schnee bewegt und (ver)fallen sofort in Panik oder auf den Hintern.
In diesem Bild versuchten die Autos sich fortzubewegen, was sich als schwierig erwies. Halb festgefahren, wurde das Auto vier mal vor- und zurückgesetzt, bevor mit durchdrehenden Reifen langsam die Strasse entlang gerutscht wurde.
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Ich hätte mich am liebsten mit einer Tüte Popcorn an den Strassenrand gesetzt. (Wer braucht schon Fernsehen?!)
Generell bin ich jedes Mal wieder erstaunt, wie die Stadt im Chaos versinkt, wenn einmal nicht alles nach Plan verläuft. So ein hochtechnisiertes Land, aber wenn in Tokyo eine Schneeflocke auf die Windschutzscheibe eines Zuges fällt, dann muss sofort die ganze Linie gesperrt werden. Da werden Schneeketten an den Corolla angelegt und keine Pizzen können mehr ausgeliefert werden. Total verrückt!

Da ein Feiertag war, machte ich mich also mit den Fröschen im Gepäck zu einem nahegelegenen Schrein. Hier war es ruhig. Der Schnee ohne Spuren. Mein Schirm wurde immer schwerer unter der Last der Schneedecke. Ich schüttelte ihn herunter und lauschte dem rieseln der Himmelskristalle.
Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich wollte die Welt anhalten.
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Mit jedem Schritt sanken meine Füsse tief in die knirschende Decke.
Am liebsten hätte ich mich einfach nur fallen gelassen.
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Ich befand mich in einer verträumten Welt. Keine Sorgen. Alles dunkle und jeder Schmutz mit frischem weiss bedeckt.
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Die Frösche kletterten aus meiner Tasche und wanderten Umher..
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Nach einiger Zeit spürte ich meine Hände nicht mehr und bereute, ohne Handschuhe losgelaufen zu sein. Auf der anderen Seite – wie soll man mit denen eine Kamera bedienen?

Der Rückweg führte mich in die Realität zurück. Auch ich muss morgen früh wieder zur Arbeit. Die Tage bis zum nächsten Wochenende, Monatsende zählen.

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Sogar die Elektroleitungen wurden nicht vom Schnee verschont.
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Manchmal möchte man sich einfach fallen lassen und die täglichen Lasten des modernen Lebens abschütteln und vergraben. Die Frösche haben es mir schon vorgemacht. Das nächste Mal schmeiss ich mich wirklich einfach in den Schnee! Ohne nachzudenken!

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Happy verspätet New Year und Lebensfragen

Hallo ihr Lieben!

Ich bin aus meiner Blogger-Totenstarre erwacht und wünsche euch nun auch offiziell ein frohes Neues Jahr 2013!

Das Jahr der Schlange – Das Symbol für Neuanfang und Aufstieg! Hoffentlich auch in meinem und dem Leben meines Liebsten Ehemännleins.

Ich hoffe ihr hattet alle einen schönen Winterurlaub und einen spitzen Jahreswechsel mit viel Feuerwerk! Ich jedenfalls habe meinen Urlaub in Deutschland extrem genossen (und das meine ich wortwörtlich – denn ich habe wirklich 90% der Zeit mich mit Essen vollgestopft). Meine Hochzeit war wunderschön und ich habe mich nicht wie erwartet mit meinen High Heels auf dem Gang zum Altar verheddert und mich hingepackt, nein, es lief alles ganz prächtig! Im neuen Jahr war ich dann auf dem Rückweg noch kurz in London, was auch toll war, aber geschmacklich eher die unterste Schublade…

Von meinem Urlaub werde ich aber nächstes Mal berichten, denn erst einmal wollen tonnenweise Fotos sortiert werden und dazu schwebt mir seit langem eine Frage im Kopf herum, die ich mit euch diskutieren möchte. (Hört sich an, wie bei einer Therapie.)

Es geht um das leidige Thema: Arbeit.

Ich arbeite ja nun schon bald 2 Jahre in Japan und bin seit einem halben Jahr nun fast täglich einfach nur fertig nach der Arbeit. Und damit meine ich wirklich so kaputt, dass ich kaum Kraft einzukaufen und zu kochen habe, der Kopf wie ausgelöffelt ist oder schmerzt, die Augen müde und seit langem kaum noch Lust habe Leute zu treffen oder selbst am Wochenende viel zu machen.

Das allein ist nicht der Grund, warum ich über meine Fähigkeiten und Zukunft nachgrüble – nein, hinzu kommen noch folgende Faktoren: Das tägliche zur Arbeit quälen, die langweilige und oft stressige Arbeit, für die ich nicht mal ordentlich bezahlt werde, und (insert more negative comments here)…

So schiebe ich die “es muss sich was ändern, aber was mach ich bloß” Denkphasen nun schon monatelang vor mir her. Immer wieder habe ich mich mit Ausreden wie “Ach, das geht ja vielleicht doch, ich schau erst mal wie es nächsten Monat aussieht” bei der Stange gehalten, aber nun will ich das ganze einmal richtig durchkauen.

Ich bin also Unzufrieden. Das ist ein Fakt.

Aber wie löse ich das Problem – und – gibt es überhaupt eine Lösung, oder habe ich einfach zu hohe Ansprüche an das Leben?

Es ist ja nicht so, als ob ausser mir jeder seinen Job liebt und gern morgens zur Arbeit fährt. Klar gibt es das auch, aber habe ich überhaupt das Recht unglücklich zu sein?

Ich meine vor allem in Japan arbeitet mindestens jeder wesentlich längere Stunden als ich, hat vielleicht auch einen noch stressigeren Job und weniger freie Tage und DIE laufen nicht wie Zombies herum, sondern sehen frischer aus als ich!! Das würde also heissen, dass ich einfach eine verweichlichte Deutsche Wurst bin.

Dazu kommt noch, dass ich eigentlich froh sein müsste, dass ich in einer kritischen Wirtschaftslage überhaupt einen Job bekommen habe. Noch dazu unbefristet und in einem fremden Land, wo viele studierte Japaner sich mit Kellnern herumschlagen müssen. Hier haben wir also schon das nächste Manko: Undankbarkeit, trotz großen Gaben!

Ich bin mir im Augenblick einfach nicht sicher – und vielleicht liegt es auch einfach an meiner negativen Einstellung – aber muss ich wirklich mit dem glücklich sein, was ich bekomme?

Leider kann ich mir nicht vorstellen, warum ich nicht mit einem einfachen Bürojob zufrieden sein kann? Es gibt so viele, die sich darüber freuen würden in 3 Sprachen zu kommunizieren, mit Kunden und Produktion viele Projekte zu managen, Dokumentation und Emails zu bearbeiten und herumzutelefonieren.

Aber nein, Madame mag schon nicht mehr, ist kaputt und hätte einfach gern mal eine Auszeit.

So zerdenke ich seit geraumer Zeit komplette Gehirnstränge und träume von einem Leben, in dem es mir Spaß macht, mein Brot zu verdienen. Ich würde gern etwas kreatives machen, träume davon mich als Künstler vorzustellen und meine Handy cover und andere Artikel zu kreieren, etwas zu malen oder schreiben und davon zu leben.

Hört sich naiv an? Ich weiss. Aber auf der anderen Seite kann, wer hart arbeitet und den Mut hat, auch mit Glück Erfolg haben. Wären da nicht die Selbstzweifel an Talent und die Sorge ob man, wenn das Hobby zum Beruf wird, auch noch die Leidenschaft und Ideen hat, oder ob die kreative Quelle versiegt.

Man könnte jetzt ganz locker ein “Probiers’ doch aus. Wenn es nicht klappt, dann suchst du dir eben einen neuen Job!” von der Zunge schnalzen – aber da schreit mein pessimistischer Kontrollfreak gleich wieder Einwände ins Ohr: Alle anderen Japanischen Firmen sind noch viel schlimmer und härter als meine jetzige und ausserdem würde ich vielleicht nie wieder einen Job in Japan bekommen mit meinem unperfekten Japanisch.

Dazu kommt noch, dass mein Mann auch gerade zum Jahreswechsel seinen Job verloren, sodass eigentlich noch mehr Druck auf mir lastet, da ja irgendwer wenigstens ein bisschen Einkommen haben sollte..

Aber ganz ehrlich gesagt: Ich mag einfach nicht mehr! 

Im Grunde arbeite ich nun schon volle 9 Jahre (lächerlich, wenn ich das mit den Arbeitsjahren meines Vaters vergleiche) – aber trotzdem. Irgendwie bin ich müde von dem sich zur Arbeit quälen.

Ich stehe wirklich auf dem 10-Meter-Brett im Schwimmbad und weiss nicht, ob ich springen soll.

Gibt es einen Weg, sein Geld mit etwas zu verdienen was halbwegs Spaß macht – oder habe ich eigentlich gar nicht das Recht unzufrieden zu sein? Was meint ihr??

Ich bin leider ein Mensch, der alles bis ins kleinste zerdenkt, sich extreme Sorgen macht und immer gern vorbereitet und alles unter Kontrolle haben will. Aber auch ein hoffnungsloser Träumer, der am Ende vielleicht den Emotionen folgt und den Kopf ausschaltet..

Freue mich auf eure Meinungen zu dem Thema.