Pflaumenblüten

Happy Spät-Geburtstag!

Nein, noch bin ich nicht tot! (Obwohl meine Blog-post Intervalle darauf hinweisen könnten…)
ICH LEBE! Und noch dazu bin ich vor fast 1 Monat noch älter geworden.. Ich gehe also schon mit grossen Schritten gen Grabstätte, aber NOCH! liebe Leute lebe ich und hoffe jeden Monat, dass ich öfters blogge. (Es aber doch nicht schaffe!)

So siehts aus!
Ich habe nun schon das “Mitte 20” überschritten und gehe auf die 30 zu. Eigentlich ein Grund sich mit einem Heulkrampf im Zimmer einzuschliessen, aber ich hab mich dann doch entschieden das nette Wetter an meinem Geburtstag zu geniessen..

Auf auf also mit meinem Männe zum Kameido Schrein in Tokyo.
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Warum gerade da? Nun ja, dieser Schrein ist recht beliebt was die Pflaumenblüte angeht und das wollten wir nochmal geniessen.

Ausserdem wollte ich meinen neuen Kimono und Obi ausführen und was bietet sich da besser an als ein Tempel/Schreinbesuch?
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Hier mal mein exquisiter (und teuerster) Obi, den ich letztens auf einem Vintage Markt erhandelt habe.
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Die Origami Kraniche sind mit Hand Faden um Faden aufgestickt..
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Der Kameido Schrein ist ein Schrein wo viele für Prüfungen und die Schule beten. Ausserdem hat er einen großen Teich, wo sich viele süße Schildkröten tummeln.

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Hier nochmal im ganzen. Mein karierter Kimono und mit schwarzem Haori (Jacke). Viele ältere Damen in der Gegend waren ganz verzückt. haha.
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Später sind wir nach Shinjuku gefahren und haben dort erstmal Kuchen, später dann lecker Sukiyaki und Unagi (Aal) gegessen. Nomnom.
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Den Abend haben wir dann in einer versteckten Bar ausklingen lassen.
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Das coole war, dass Rund um den Flügel (an dem ein Pianist live musik klimperte) ein Tresen/Tisch führte an dem man sogar leicht die vibration der Musik fühlen konnte.
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Auf ein neues Lebensjahr also! Hoffentlich ein erfolgreiches!!

1 Jahr nach der Katastrophe / Mein Geburtstag

Letzten Sonntag, den 11. März hatten wir “1-Jähriges” nach dem folgenschweren Erdbeben und Tsunami letztes Jahr. Diejenigen, die die Medien verfolgen, werden das sicher schon wissen.. Obwohl (wenn ich das richtig mitbekommen habe) die Naturkatastrophen eher von dem Fukushima-Unglück überschattet wurde.

Ich finde es wichtiger, den fast 20.000 verstorbenen oder noch teils vermissten Menschen zu Gedenken. So hat man an dem Tag auch die Japanische Flagge auf Halbmast gehisst und durch Tabibito’s Blog habe ich über die Schweigeminute um genau 14:46 Uhr erfahren. Sonst ging alles seinen gewohnten Gang. Ich hatte nur das Gefühl, dass die Straßen leerer als sonst waren.

Wir sind an diesem Tag ein wenig im Stadtteil Asakusa herumgestreift..
Sky Tree at day

..und haben uns dann in einem Café im 22. Stockwerk ganz in der Nähe des nun fertig gestellten Fernsehturms der Superlative – dem Sky Tree (スカイツリー) niedergelassen.

Der Ausblick war dann ungefähr so:

Das Wetter hatte sich teils der Stimmung dieses traurigen Jubiläums angepasst:
Tokyo Sky Tree

Ich hätte aber fast lieber dort gesessen:

Barrierefreien Ausblick nenn’ ich das!

Am Abend diesen Tages hat der Tokyo Tower am Abend als Zeichen der Trauer und Verbundenheit die Beleuchtung abgeschaltet und in den Fenstern “KIZUNA NIPPON” gezeigt.

Yahoo picture of Sky Tree

絆 (kizuna) bedeutet “Verbindung” auf Japanisch und wurde zum Wort des Jahres 2011 gewählt. Es steht für die Verbindung der Menschen, die sich alle gegenseitig nach der schweren Katastrophe geholfen haben.

Der Sky Tree hat sich natürlich auch nicht lumpen lassen, mal eine ganz andere Beleuchtung an dem Tag zur Schau zur stellen – zwar ohne tiefe Message aber einfach mal dunkel und schwarz-weiß im Gedenken an die Opfer.
Sky Tree at Night

Nachhauseweg:
Details

Natürlich gab es an diesem Tag auf ununterbrochen auf allen TV-Kanälen Sondersendungen und Dokumentationen über Tsunami und das Erdbeben etc.
Ich konnte mir davon jedoch nichts länger als 2 Minuten ansehen, ohne jedes Mal in Tränen ausbrechen zu müssen. Zu schrecklich sind die verzweifelten Schreie nach Angehörigen, die fassungslosen Stimmen derer, die alles verloren haben. Ich konnte einfach nicht… so sehr mich auch alles interessiert, aber nach dem zweiten Tränenausbruch haben wir den Fernseher lieber ausgeschaltet.

Montag, 12. März.
Mein Geburtstag. Es ist erst recht schönes Wetter – nachdem ich eine Weile draussen war jedoch wurde mir die Kälte, die vor allem durch den Wind getragen wurde, bewusst. Die Sommer lugte ab und an zwischen den Wolken hervor.
Immerhin besser als der Sonntag.
Fast das Beste an diesem Tag: Der Frosch hat sich einen ganzen Tag Urlaub genommen. Kaum zu fassen! Es fühlte sich an wie seit einer Ewigkeit..

Geschenk vom Göttergatten:

Ein Makro-Objektiv für meine treue Kamera und zwei weitere lustige Filter – welche ich später Offenbaren werde. Lange schon hatte ich meine Probleme ordentlich Fotos vom nahen zu schießen. Die Qual hat nun ein Ende! Hab mich monstermäßig gefreut!!

Die Kameratasche ist mit 3 Objektiven jetzt aber echt voll. Beim testen ist mir auch gleich aufgefallen: Das Objektive tauschen bei dreien ist schon leicht stressig. Am liebsten müsste man gleich 3 verschiedene Kameras mit 3 verschiedenen Objektiven um den Bauch geschnallt haben. Aber das wäre ja bei mir als totalem Un-Profi (das ist das Gegenteil vom Profi, finde ich jetzt mal) wäre das reine Geldverschwendung.

Also am Geburtstag gleich das Equipment gekrallt und raus in die Welt gefahren –

Zuerst nach 亀戸 (kameido) einem Ort in Tokyo.

Dort gibt es einen süßen Schrein, der 亀戸天神社 (kameidotenjinsha) mit seinen Ursprüngen noch vor dem Jahre 1661.

Dann erkundet mal mit mir die Gegend:
Shrine

Shrine

In dem Teich leben viele Schildkröten. Der Schrein soll angeblich gut für Gebete bezüglich Erfolge im Studium oder in der Schule sein. Werden die Gebete erhört, gab es eine kleine unbeschriebene Regel dem Schrein als Dankeschön eine Schildkröte zu bringen.
Nun sind dort schon sehr viele Schildkröten verschiedener Arten – und vor allem die Mississippi-Rotohr-Schildkröte sei weit verbreitet, da sehr günstig zu erwerben. Es wird also davon abgeraten noch weitere Schildis dort auszusetzen, also untersteht euch! Vergeigt lieber die Noten im Studium..

Turtle
Nicht desto trotz sind die Schildis einfach goldig.

Plum flowers

Turtle

Kommen wir nun zu den Pflaumenblüten und anderen ersten Versuchen mit meinem Makro-Objektiv:
Plum flowers

Plum flowers

Plum flowers

Plum flowers

Flower

Paper

Shrine

Details

Der SkyTree immer zu sehen. Bei der Größe ja auch kein Wunder..
Shrine

Plum flowers

Plum flowers

Plum flowers

Turtle

Shrine

Turtles

Ich glaube ich brauche nicht viel schreiben und lasse wie immer die Fotos sprechen. Wenn ihr Fragen habt, dann schreibt mir in den Kommentaren!

Wood

Und hier mein persönlicher Favorit:
Plum flowers

Vor allem weil ich so fasziniert von den Details (auch noch im zoom) bin:
Plum flower
WAHNSINN! Finde ich. Makroaufnahmen rocken ja sowas von!

Plum flowers

Danach sind wir in die Nähe nach 門前仲町 (monzennakachou) gefahren, in der Hoffnung noch mehr Pflaumenblüten zu Gesicht bekommen. Ich kann euch jetzt schon verraten, dass wir nicht eine einzige gesehen haben. Das war blöd. Vor allem, weil ich an dem schönen Schrein nur von den Blüten selbst – nicht aber von mir/uns mit Blumen ein Foto geschossen haben. Naja..

Hier also noch ein paar mehr Fotos von 2 weiteren Schreinen in Monzennakachou.

Shrine

Shrine

Shrine

Shrine

Dann haben wir wenigstens doch noch ein Geburtstagskind-Foto geschossen..
Who is that smiling girl?

Decoration

Später dann nach Shinjuku – Kuchen essen.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich enttäuscht war, weil ich unbedingt einen kleinen Kuchen haben wollte auf dem Happy Birthday steht. Mein Mann wollte nicht nochmal nach Hause, sodass wir uns ein wenig in die Haare gekriegt haben, da in dem Café fast nix dolles angeboten wurde. Ich war traurig – und er sauer, dass ich so hohe Erwartungen an einen Geburtstag habe.
Nach ein wenig Diskussion haben wir uns beide zusammengerissen und Kuchen gegessen und dann realisiert, wie blöd wir sind. Ich fand mich selbst ekelhaft mit meinen besonderen Vorstellungen und er hat sich entschuldigt, dass er von der Arbeit genervt war und so kein Verständnis für Kuchen hatte. Hahaha.
Zwei Blödbardel. Wie auch immer – der Kuchen war doch ganz lecker:
Dessert

Cake

Nach dem Café haben wir ein weiteres der Geschenke ausprobiert:
Einen Filter, der Licht schön scheinen lässt.
Glitter night

Und aaaaaah. Der Artikel ist so lang geworden. Mir gehts zwar besser als gestern, aber der Krankheit vorbeugen will ich trotzdem, deswegen muss ich wieder in die Heia.
Dann kommt der Dinner-Report morgen oder so.

Übrigens gab es vor 2 Stunden ein ziemlich starkes Erdbeben dicht bei Tokyo (Chiba). Eine 6,1 auf der Richterskala in nur 10km Tiefe. Laut Japanischer Erdbebenskala eine 5+ und seit letztem Jahr das Stärkste von mir Gefühlte Erdbeben. Es war wirklich lang und ziemlich stark. Alle Türen, Fenster und meine Waschmaschine hat geklappert wie verrückt. Aber keine Sorge, nichts passiert.

Tokyo Universität und der Nezu-Schrein

Endlich habe ich es mal geschafft mich an den inoffiziellen Teil 2 der Kaisergeschichte vom Wochenende zu machen.

Denn der eigentliche Grund meines Aufenthalts in der Gegend war ja nicht der Tenno, sondern eigentlich wollten wir zu einem kleinen Festchen, um die blühenden Pflaumenbäume zu beäugen. Zusätzlich war die Tokyo Universität (東京大学 tokyo daigaku)  auch noch zufällig auf dem Weg, sodass wir mal einen kleinen Blick auf das Unigelände des Hongo Campus  geworfen haben. Was kann schon so berauschend an einer Uni sein, fragte ich mich im Stillen..

Aber das Eingangstor sei berühmt, meinte der Gatte (hört sich an, als wäre ich schon 50 Jahre verheiratet..) Akamon (赤門 – Rotes Tor) nennt sich das gute Stück.

Tokyo University

Tokyo University

Aber nach dem durchqueren von eben diesem, eröffnete sich mir ein in Japan sehr ungewöhnlicher Anblick: Gebäude im (ich bin zwar kein Experte in dem Gebiet, aber evtl…) Barocken Stil ?!
Wirklich faszinierend schön.

Tokyo University

Tokyo University

Tokyo University

Tokyo University

Tokyo University

Und auch ein wenig wie aus einem Gruselfilm:
Tokyo University

Dieses Gebäude mit den hübschen Torbögen und schweren Schlossähnlichen Türen ist übrigens die Bibliothek des Hongo Campusses.
Zusammen mit denen der anderen Fakultäten das Zuhause von Unglaublichen 8,5 Millionen Büchern!!
Tokyo University

Tokyo University

Die Tokyo Universität (auch 東大 Toudai genannt) wurde im Jahre 1877 gegründet und hat 10 Fakultäten in denen insgesamt um die 30.000 Studenten die Schulbank drücken. Im Jahre 1886 wurde diese als einzige Universität Japans in “Kaiserliche Universität” (帝国大学 teikoku daigaku) umbenannt, was aber nach der Niederlage im 2. Weltkrieg wieder rückgängig gemacht wurde.

Tokyo University

* um die Fotos größer zu sehen, einfach auf eben diese klicken.

Tokyo University

Tokyo University

Das Yasuda Auditorium an einem grauen Tag:
Tokyo University

Ganz in der Nähe steht ein riesiger Baum, der mich mit all seinen nicht enden wollenden Ästen in den Bann gezogen hat:
Tokyo University

Tokyo University

Erinnert ihr euch noch an den eigentlichen Plan des Tages?
Ja, ich hatte es auch fast vergessen – aber wir wollten ja mit den Pflaumenblüten liebäugeln gehen.
Und auf dem Weg sind wir am Universitätskrankenhaus vorbei gekommen, wo alle die Abreise des Kaisers erwarteten.

Zunächst gingen wir aber zu dem Nezu-Schrein (根津神社, Nezu-jinja) der nur 1-2 Straßen entfernt liegt.
Leider war es aber in letzter Zeit Wettertechnisch noch ziemlich winterlich, sodass noch nicht alles in voller Blüte stand..

Plum festival

Aber einige Bäume hatten einen starken Willen, endlich den Frühling heraufzubeschwören.
Plum is blooming

Und hier der gut besuchte Schrein:
Nezu Shrine

Nezu Shrine

Eine Familie ließ ihr Neugeborenes dort segnen.
Nezu Shrine

Nezu Shrine

Plum is blooming

Auch die Gebete und Wünsche an die “Götter” waren schier überwältigend..
Nezu Shrine

Am liebsten wollte ich einen kaufen.
Plum is blooming

Und was machen die Feierlichkeiten aus? Na klaro! Essen!!
Plum festival

Plum festival

Plum festival

Ich kann den Frühling schon kommen sehen ♥
Plum is blooming

Plum is blooming

Plum is blooming

…Und morgen ist schon ein Jahr seit dem großen Erdbeben und Tsunami vergangen. Die Zeit fliegt in Lichtgeschwindigkeit an meinem Leben vorbei.
Geht es nur mir so?